Rechtfertigt der Entzug des Doktortitels eine Kündigung?

Rechtsanwalt Arbeitsrecht Eltville Gießen Wiesbaden Wetzlar

Stichworte: Kündigungsschutzrecht

Nein, jedenfalls nicht generell meint das LAG Düsseldorf. Alleine das unberechtigte Führen eines Doktortitels rechtfertigt keine außerordentliche Kündigung. 
In dem beim LAG Düsseldorf (Az. 2 Sa 950/13) anhängigen Fall ging es um einen Abteilungsleiter und Diplom-Kaufmann, der seinen Doktortitel in den USA erworben hatte. Nach einer anonymen Anzeige war ihm der Doktortitel wieder aberkannt worden. Dies nahm sein Arbeitgeber zum Anlass für eine außerordentliche Kündigung.
Nach Einschätzung des LAG Düsseldorf erfolgte diese Kündigung zu unrecht. Die Entziehung des Doktorgrades alleine reiche alleine nicht aus, um eine Kündigung zu rechtfertigen. Der Nachweis, dass der Arbeitnehmer arglistig über seinen Doktorgrad getäuscht habe, sei dem Arbeitgeber nicht gelungen. Vielmehr habe der Arbeitnehmer glaubhaft versichert, den Titel nicht gekauft, sondern seine Doktorarbeit nach bestem Wissen und Gewissen angefertigt zu haben. Zudem habe der Arbeitgeber nicht nachgewiesen, dass der Doktortitel wesentliche Einstellungsvoraussetzung gewesen sei und sein Verlust deshalb eine Entlassung rechtfertigen könne.

Rechtsanwalt Dr. Christian Velten – Arbeitsrecht Gießen / Eltville

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